Was bleibt

Deutschland 2008, Dokumentarfilm, 57' | Regie, Buch Gesa Knolle, Birthe Templin | Bildgestaltung Rasmus Sievers, Yoliswa Gärtig | Schnitt Sabine Strunk | Ton Patrick Jantke, Matthias Borchfeldt, Immo Trümpelmann | Musik Petros Michalas

Synopsis

Als die 17-jährige Erna von Auschwitz nach Ravensbrück überstellt wird, sieht sie ihre Mutter zum letzten Mal und gibt ihr das Versprechen, von dem erlebten Grauen zu erzählen. Das tut sie bis heute. Sowohl ihre Tochter Ruth wie ihre Enkelin sehen es als Familienaufgabe, die Geschichte weiterzutragen. Ruth ist jedoch schmerzlich bewusst, dass sie, so oft sie ihrer Mutter auch zuhört, ihr nie helfen können wird, mit dem Erlebten fertig zu werden. Andererseits belasten sie die Geschichten und Bilder so sehr, dass sie sie nicht mehr hören kann. Für die Enkelin dagegen ist es vielmehr eine Belastung, als Jüdin in Deutschland immer eine Sonderrolle zugeschoben zu bekommen und oft als Stellvertreterin/Sprecherin einer ganzen Religion gesehen zu werden.

Erst als Jugendliche erfährt Dietlinde, dass die Frau, die sie aufzog, nicht ihre leibliche Mutter, sondern ihre Tante ist. Bei Nachforschungen in den 80er Jahren bringt sie in Erfahrung, dass ihre bereits 1945 gestorbene Mutter KZ-Aufseherin war. Bis heute versucht sie herauszufinden, was für ein Mensch ihre Mutter gewesen ist. Sie kann nicht aufhören, obwohl sie weiß, dass der Schmerz schlimmer wird, je mehr sie sich damit beschäftigt. Vielleicht auch deswegen ist ihre eigene Tochter, viel distanzierter gegenüber ihrer Familiengeschichte und doch quält sie manchmal der Gedanken, eine erbliche Vorbelastung, eine brutale Härte in sich zu tragen.

WAS BLEIBT ist ein Film über Auswirkungen der Vergangenheit auf die nachfolgenden Generationen. Der Fokus liegt bewusst ausschließlich auf den weiblichen Familienmitgliedern. Es geht um zwei Familien, eine Opfer- und eine Täterfamilie. Gemeinsam ist den Nachgeborenen das Leiden am Schicksal oder an den Taten von nächsten Angehörigen.

Biographie

GESA KNOLLE wurde 1977 in Hessen geboren. Sie studierte zunächst Philosophie und Kunstgeschichte an der "Johann Wolfgang Goethe Universität" in Frankfurt a. M., später Filmregie am "Edinburgh College of Art". Seit 2002 ist sie als freie Drehbuchautorin und Regisseurin tätig.

BIRTHE TEMPLIN kam 1975 in Ostfriesland zur Welt. Sie studierte Film an der "Terry Gilliams Panico Film Academy" und der "Andrzey Wajda Master School of Filmdirecting" sowie Film und Fotografie an der "Westminster University" in London. Seit 2001 arbeitet Birthe Templin als freie Autorin und Regisseurin.

Gesa Knolle
Deutschland
2008
Dokumentarfilm
2008
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