Chaque jour est une fête (Every Day Is a Holiday)

Frankreich/Deutschland 2009, Spielfilm, 87' | Regie Dima El-Horr | Buch Dima El-Horr, Rabih Mroué | Bildgestaltung Dominique Gentil | Schnitt Jacques Comets | Ton Jean-Guy Véran, Thomas Robert, Emmanuel Zouki | Musik Pierre Aviat | Darsteller_innen Hiam Abbass, Manal Khader, Raïa Haïdar, Fadi Abi Samra, Berge Fazelian, Nabil Abou Mrad, Karim Saleh, Sirvat Fazelian | Produktion Ciné-Sud Promotion, Orjouane Productions, Nikovantastic Film | Verleih umedia

Synopsis
Das Leben ist kurz, aber der Tag ist lang! Beirut, Libanon. Drei einander unbekannte Frauen im selben Bus auf dem Weg zum selben Ziel: einem Männergefängnis mitten in der Hermel Wüste. Gegen den Willen ihrer Eltern geht Tamara ihren Mann besuchen, der am Hochzeitstag inhaftiert wurde. Lina will ihren Mann, der eine lange Haftstrafe absitzt, unbedingt dazu bringen, die Scheidungspapiere zu unterschreiben, damit sie endlich frei ist. Hala fährt mit einer geheimen Angst: In ihrer Tasche versteckt sie die Waffe, die ihr Mann, einer der Gefängniswärter, zu Hause vergessen hat.

Nach einigen humorvollen Zwischenfällen am Anfang der Fahrt, ändert ein Zwischenfall die Stimmung schlagartig. Gestrandet mitten in der Wüste, sind die Frauen nun ihrem Schicksal überlassen. Sie machen sich zu Fuß auf den Weg der in ihr Innerstes führt. Persönliche und kollektive Erinnerungen gehen ineinander über. Und so wie der Libanon darum ringt, seine Freiheit zurückzugewinnen, wird die Reise dieser drei Frauen zu einer Suche nach ihrer Unabhängigkeit.

Gerüchte über Massaker, der dumpfe Hall einer Explosion, flüchtende Menschen - der Krieg ist in Chaque jour est une fête nicht sichtbar, aber allgegenwärtig. "Die Geschichte des Bürgerkriegs im Libanon (1975-1990) wurde nie erzählt", sagt die Regisseurin Dima El-Horr, "weil es nie einen Dialog zwischen den kriegerischen Parteien gab. Es wurde niemals aufgeklärt, was während des Krieges passiert ist, warum der Krieg ausbrach und warum er endete. Es gab keine Wahrheits- oder Schlichtungskommission, wie in anderen Ländern, und keine Vergebung. Nichts wurde aufgearbeitet und die Libanesen sollen einfach nur vergessen. Das libanesische Volk lebt in einer abstrakten Version der Realität."

 

Biographie
Die Libanesin Dima El-Horr graduierte an der School of the Art Institute of Chicago und lehrt zurzeit an der Lebanese American University in Beirut. Bisher hat Dima El-Horr zwei Kurzfilme auf verschiedenen Festivals vorgestellt und auch einige Preise gewonnen. Außerdem arbeitete sie an dem Dokumentarfilm Vietnam Long Time Coming mit. Chaque jour est une fête ist Dima El-Horrs erste lange Regiearbeit.

Dima El-Horr
Frankreich, Deutschland
2009
Spielfilm
2010
Debüt-Spielfilmwettbewerb