Bureaux de Dieu, Les

Belgien/Frankreich 2007, Spielfilm, 119' | Regie Claire Simon | Buch Claire Simon, Natalia Rodríguez| Bildgestaltung Claire Simon, Philippe Van Leeuw | Schnitt Julien Lacheray | Ton Olivier Hespel, Mathieu Cox, Frédéric Fichefet | Musik Arthur Simon | Darsteller_innen Nathalie Baye, Béatrice Dalle, Rachida Brakni, Isabelle Carré, Anne Alvaro, Nicole Garcia, Michel Boujenah, Lolita Chammah | Produktion Les films d'ici | Verleih Films Boutique (Deutschland)

Synopsis
Djamila würde gern die Pille nehmen, da es mit ihrem Freund ernst wurde. Zoes Mutter gibt ihr Präservative, behandelt sie aber als Hure. Nedjma versteckt ihre Pille außerhalb des Hauses, da ihre Mutter die Handtasche durchsucht. Hélène findet, dass sie zu fruchtbar sei. Clémence hat Angst. Adeline hätte es gern behalten. Margot auch. Maria Angela hätte gern gewusst, von wem sie schwanger ist. Ana Maria hat die Liebe und die Freiheit gewählt. Anne, Denise, Marta, Yasmine und Milena sind die Beraterinnen im Zentrum für Familienplanung, die jede einzelne empfangen und ihnen zuhören, wie sie sich fragen, wie sexuelle Freiheit möglich sei.

Der auf der Quinzaine des réalisateurs beim Festival de Cannes vorgestellte Film Les bureaux de Dieu ist eine Gratwanderung zwischen Spiel- Und Dokumentarfilm: Schauspielerinnen und Laiendarstellerinnen führen dokumentarisch wirkende, in langen Plansequenzen festgehaltene Dialoge.

Die Geschichten basieren auf wahren Gesprächen, die die Regisseurin Claire Simon in einem Beratungszentrum für Familienplanung in Grenoble miterlebt hat. „Obwohl wir in einer Welt leben, in der Sex allgegenwärtig ist“, sagt Hauptdarstellerin Nathalie Baye, „können die Frauen über die Dinge, die sie hier erzählen, nicht mit ihren Partnern oder ihrer Familie sprechen“. Und Claire Simon schrieb während der Dreharbeiten: „Ich komme mir vor, als würde ich alle Frauen malen, die ich im Zentrum gesehen habe, ihre Gesichter, ihre Gesten und ihre Stille zeigen – und nicht nur ihre Worte.“

 

Biographie
Claire Simon begann ihre Filmkarriere als Cutterin. Sie führte Regie bei einigen Kurzfilmen, darunter Scènes de ménage 1991 mit Miou Miou. Schließlich entdeckte Simon das direct cinema für sich und begann Dokumentationen zu drehen, die vielfach preisgekrönt wurden. Filme wie Coûte que coûte (1996) und Récréations (1998) fanden den Weg in die Kinos und trugen so zu einer Renaissance des Dokumentarfilms in Frankreich bei. Mit Sinon, oui (1997) legte sie ihren ersten langen Spielfilm vor.
Bei der Fernsehproduktion Ça, c'est vraiment toi (2000) arbeitete Simon erstmals gleichzeitig mit fiktionalen und dokumentarischen Mitteln. Der Film gewann die ersten Preise für Spiel-und Dokumentarfilm beim Festival du Film Belfort.

Claire Simon
Belgien, Frankreich
2007
Spielfilm
2009
Wettbewerb Spielfilmregie