Brownian Movement

Niederlande/Deutschland/Belgien 2010, Spielfilm, 100' | Regie, Buch Nanouk Leopold | Bildgestaltung Frank an den Eeden | Schnitt Katharina Wartena | Ton Andreas Hildebrandt | Darsteller_innen Sandra Hüller, Dragan Bakema, Sabine Timoteo | Produktion Stienette Bosklopper | Verleih Filmlichter

Synopsis
»Nanouk Leopold umkreist in großen, komponierten Bildern ein unerklärliches Phänomen. Was hält uns zusammen und was treibt uns auseinander? Sie erzählt eine Liebesgeschichte zwischen Menschen, die aneinander festhalten, obwohl sie nicht alles miteinander teilen können.«
Gabriela Seidel-Hollaender, Internationale Filmfestspiele Berlin

Die Brownsche Bewegung bezeichnet die ziellose Bewegung von Teilchen in Flüssigkeiten und Gasen, eine Folge der Kollisionen mit den sich ständig bewegenden Atomen und Molekülen.

Charlotte ist Ärztin in einem Labor des Brüsseler Universitätskrankenhauses. Sie ist verheiratet und hat ein Kind. In einer Wohnung, die sie sich mietet, hat sie beiläufig Sex mit Patienten. Es sind Männer, die die gängigen Schönheitsideale sprengen, weil sie alt, behaart oder extrem dick sind. Beinahe wie in einem wissenschaftlichen Experiment schläft sie mit ihnen. Als ihr Mann Max davon erfährt, droht nicht nur ihre Ehe zu scheitern.
Das Paar versucht sich an einer Therapie, sie ringen nach Worten und suchen nach rationalen Erklärungen. Doch Charlotte kann und will ihr Verlangen mit Worten nicht beschreiben. Schließlich startet die Familie einen Neubeginn in Indien, wo Max als Architekt arbeitet. Sandra Hüller stattet die Figur der Charlotte in einer intensiven Darstellung mit einem Geheimnis aus, sie ist verletzlich und zäh, sensibel und unantastbar zugleich.
Nanouk Leopold erzählt ihren Film mit formaler Strenge und stilsicher in drei Teilen. Der Aktivität von Charlottes und Max erfolgreicher Arbeits- und Familienwelt folgt die Phase der Kontemplation, in der das Paar versucht zu verstehen. In der farbgewaltigen und kulturellen Fremde Indiens kreisen sie schließlich um das Vermögen, den Anderen als den zu akzeptieren, der er ist.

 

Biographie
Nanouk Leopold wurde 1968 in Rotterdam geboren. Sie studierte an der Niederländischen Film- und Fernsehakademie und an der Akademie für Visual Arts in Rotterdam. Bevor sie 2001 mit Iles flottantes ihr Spielfilmdebut gab, war sie als Regisseurin für das niederländische Fernsehen tätig. Ihr Film Wolfsbergen war 2007 im Spielfilmwettbewerb in Dortmund zu sehen.

Filme von Nanouk Leopold
Wolfsbergen 2007 | Guernsey 2005 | Iles flottantes 2001 | Max Lupa 2001 | Weekend 1998 | Marseille 1-2 1997

Nanouk Leopold
Niederlande, Deutschland, Belgien
2010
Spielfilm
2011
Wettbewerb Spielfilmregie