Amina

Jemen 2006, Dokumentarfilm, 53' | Regie, Buch, Bildgestaltung, Produktion Khadija Al-Salami | Schnitt, Ton Emmanuel Zouki | Musik Julio de Gouvenain

Synopsis
Mit elf Jahren wurde Amina Al-Tuhaif mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet. Mit 14 wurde die dreifache Mutter zum Tode verurteilt, weil sie ihren Mann umgebracht haben soll. Seit neun Jahren wartet sie auf die Vollstreckung des Urteils. Zunächst konnte Amina nicht gehängt werden, weil sie nach jemenitischem Recht zu jung dafür war. Dann wurde die Hinrichtung unter anderem dadurch hinausgezögert, dass Amina nach einer Vergewaltigung von einem Gefängniswärter schwanger wurde. Man gewährte ihr eine Frist, bis das Kind nicht mehr gestillt werden muss. Amina beteuert ihre Unschuld. Doch niemand glaubt ihr und ihre Familie brach jeden Kontakt zu ihr ab.
Zweimal konnte Amina aus dem Gefängnis entkommen, doch sie kehrte wieder zurück, da sie feststellte, dass ihr draußen noch mehr Gefahr droht, als hinter Gittern.
Auch beim Zuschauen entstehen Zweifel am Hergang der Geschichte. Was genau passierte, will die Kamera nicht ergründen. Die jemenitische Regisseurin Khadija Al-Salami wurde als Kind selbst Opfer einer Zwangsheirat. In Gesprächen zeichnet sie Aminas Leidensgeschichte nach, die exemplarisch ist für die Rolle der Frau in der arabischen Gesellschaft.

 

Biographie
Khadija Al-Salami gilt als erste jemenitische Filmemacherin. Sie wurde 1966 im Jemen geboren. Mit 16 erhielt sie ein Stipendium, um in den USA zur Schule zu gehen. An der American University in Washington machte sie später ihren Abschluss in Kommunikationswissenschaft. Al-Salami lebt heute in Paris. Sie produzierte mehrere Dokumentationen für das französische und jemenitische Fernsehen und arbeitet für die jemenitische Botschaft.
In ihrem autobiografischen Buch The Tears of Sheba verarbeitete sie ihre Kindheit, die durch Bürgerkrieg, häusliche Gewalt und eine Zwangsheirat geprägt war.

Khadija Al-Salami
Jemen
2006
Dokumentarfilm
2009
Fokus: Freiheit