A côté

Frankreich 2007, Dokumentarfilm, 92' | Regie, Bildgestaltung Stéphane Mercurio | Buch Stéphane Mercurio, Anne Zisman | Schnitt Francoise Bernard | Ton Patrick Genet | Musik Hervé Birolini | Produktion Viviane Aquili

Synopsis
Neben dem Männergefängnis von Rennes gibt es, wie eigentlich neben jedem Gefängnis in Frankreich, eine Anlaufstelle für Angehörige. Dorthin kommen Frauen, teilweise mit ihren Kindern, um auf die Besuchszeit zu warten, um ihre Männer, Söhne oder Brüder zu sehen. Alle sind immer zu früh da, denn: Wer nur ein wenig zu spät kommt, steht vor verschlossener Gefängnistür. Also warten Claire, Chantal, Françine, Séverine und viele andere hier gemeinsam. Woche für Woche. In diesem Zwischenraum, in dem sich die Emotionen sammeln: Frustration, Wut, Hoffnung, Sehnsucht, Angst, Leidenschaft. Es braucht viel Kraft, um immer wieder hier her zu kommen.
Stéphane Mercurio ließ die Frauen während ihrer Wartezeit erzählen, was sie bewegt, was ihnen fehlt und womit sie zu kämpfen haben. A Côté handelt davon, wie das Gefängnis auch das Leben der Menschen draußen beeinflusst und reglementiert, und wie diese Frauen manchmal „neben“ sich und trotzdem voll im Leben stehen. Der Film deckt aber auch die Missstände und das Desinteresse seitens des Gefängnisses an einer Resozialisierung der Insassen auf – und zeigt damit, wie „daneben“ das System ist.

 

Biographie
Die ehemalige Chef-Redakteurin der Monatszeitschrift La Rue, Stéphane Mercurio, begann ihre Filmkarriere mit Kurzfilmen über soziale Themen und Alltagskultur. Mit A Côté wurde sie bekannt. Der Film sorgte in Frankreich für Aufsehen und wurde sogar im Senat gezeigt und diskutiert.

Stéphane Mercurio, Stephane Mercurio
Frankreich
2007
Dokumentarfilm
2009
Fokus: Freiheit