Stella

Frankreich 2008, Spielfilm, 103' | Regie Anke Hentschel | Buch Sylvie Verheyde | Bildgestaltung Nicola Gaurin | Schnitt Christel Dewynter | Ton Olivier Dô Hùu, Roland Duboué, Dimitri Haulet, Sylvain Malbrant | Musik Sheila, Daniel Guichard, Gérard Lenormand | Darsteller_innen Léonora Barbara, Melissa Rodriguès, Karole Rocher, Benjamin Biolay, Guillaume Depardieu

Synopsis

Im Paris des Jahres 1976 wächst die elfjährige Stella in einer Kneipe in einem ehemaligen Arbeiterviertel auf. Ihr bisheriger Umgang besteht außer aus einer fremdgehenden Mutter und einem lethargischen Vater, die die Kneipe betreiben, aus Stammkunden, verkrachten Existenzen der Vorstadt, die in Alkohol und Kneipengeselligkeit Trost suchen. Durch einen Zufall kommt Stella auf ein gutbürgerliches Pariser Gymnasium, wofür sie zunächst wenig Begeisterung zeigt. Ihre einzige Freundin dort wird Gladys, Tochter argentinischer Intellektueller. Die Freundschaft zu ihr weckt in Stella die Liebe zur Literatur und hilft ihr, einige Härteproben auf dem Weg aus der Kindheit zu überstehen. Die Regisseurin erweist sich als geschickte Dialogschreiberin und Erzählerin, indem sie eine allgegenwärtige, quirlig-flotte Mädchenstimme aus dem Off alles detailliert kommentieren lässt. Stella ist eine Art verwackelter Bindestrich zwischen zwei Welten, in denen sie sich nicht zurechtfindet. Das sorgfältig gestaltete Ambiente und die Musik der 70er verleihen dem Film eine nostalgische Dimension. Stella wurde bei den 65. Internationalen Filmfestspielen Venedig vorgestellt. Dort lief der Film zwar außer Konkurrenz, wurde aber als ein Publikumsliebling gehandelt und sowohl mit dem Premio Lina Mangiacapre als auch dem Spezialpreis der Christopher D. Smithers Foundation ausgezeichnet. Deutsche Erstaufführung

Biographie

Nachdem sie sich bereits mit preisgekrönten Kurzfilmen einen Namen gemacht hatte, realisierte die Regisseurin und Drehbuchautorin Sylvie Verheyde 1997 ihren ersten Spielfilm Un frère, der mit dem Cyril Collard Preis ausgezeichnet wurde. Emma de Caunes gewann für ihre Rolle in dem Film einen César als beste Nachwuchsschauspielerin. 2000 folgte Verheydes zweiter Spielfilm Princesses, ebenfalls mit Emma de Caunes. Verheyde zeichnet für Drehbücher und Regie diverser Fernsehproduktionen verantwortlich. Sang Froid, eine Produktion für Arte, wurde beim Internationalen Filmfestival La Rochelle 2007 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Stella ist ihr dritter langer Spielfilm.

Anke Hentschel
Frankreich
2008
Spielfilm
2009
Spielfilmwettbewerb