We Need to Talk About Kevin

Großbritannien 2011, Spielfilm, 112’ | Regie Lynne Ramsay | Buch Lynne Ramsay, Rory Stewart Kinnear | Bildgestaltung Seamus McGarvey, ASC, BSC | Schnitt Joe Bini | Ton Paul Davies | Musik Johnny Greenwood | Darsteller_innen Tilda Swinton, John C. Reilly, Ezra Miller | ProduzentInnen Luc Roeg, Jennifer Fox, Robert Salemo | Verleih Fugu Filmverleih/Kino Kontrovers

Eva: »Warum hast Du mich nicht getötet?«
Kevin: »Wenn Du eine Show veranstaltest, willst du dein Publikum nicht erschießen.«
Aus dem Roman: Wir müssen über Kevin reden von Lionel Shriver

»Testosterone müssen inzwischen für alles Mögliche herhalten, von Kriminalität bis zur Bankenkrise, dieses set-up schwingt hier mit. In einer Welt, in der Männer immer mehr entkoppelt zu sein scheinen, erzählt uns der Film möglicherweise, dass wir mehr über sie reden müssen.«
The Guardian

Die Reisebuchautorin Eva steht vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens. Nichts ist mehr, wie es war. Ihrer Familie ist Schreckliches widerfahren, der eigene Sohn hat in der Schule mehrere Menschen getötet. Von allen verurteilt, findet Eva den Mut, sich in aller Offenheit quälenden Fragen auszusetzen. Hätte sie das Unfassbare verhindern können? War sie als Mutter überfordert? We Need to Talk About Kevin traut sich, diesen Fragen nachzugehen, ohne ein eindeutiges Urteil zu fällen.
Die schottische Regisseurin Lynne Ramsay hat den Film als psychologischen Thriller inszeniert. Nach und nach entspinnt sie das Gewirr aus Erinnerungen, ersten Anzeichen und verpassten Chancen zu einer Geschichte über Schuld und Verantwortung. Sie zeigt die radikale Innenperspektive einer Frau, die alles verloren hat und doch weiterleben muss. Tilda Swinton verkörpert in dem international viel diskutierten Film die Rolle der Mutter. Für ihre darstellerische Leistung wurde sie mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis (Beste Darstellerin).

 

Biografie
Die schottische Regisseurin LYNNE RAMSAY studierte Fotografie am Napier College in Edinburgh und anschließend Regie und Bildgestaltung an der National Film and Television School im britischen Beaconsfield. Gleich mit ihrem Abschlussfilm Small Deaths gewann sie 1996 den Preis der Jury auf dem Festival de Cannes. Drei Jahre später eröffnete ihr Debüt-Spielfilm Ratcatcher (1999) das Edinburgh Film Festival und spielte zahlreiche Preise ein. Für Morvern Callar (2002) adaptierte Ramsay zum ersten Mal eine literarische Vorlage – in diesem Fall Alan Warners gleichnamigen Roman über eine junge Frau, deren Freund Selbstmord begangen hat. Immer wieder stehen Kinder und junge Menschen im Zentrum von Ramsays Filmen, in denen sie Fragen nach Schuld und Tod und dem, was danach kommt, aufwirft. So auch in We Need to Talk about Kevin, für den sie den gleichnamigen Roman von Lionel Shriver adaptierte. Für diesen Film wurde Ramsay 2011 mit dem British Independent Film Award (Beste Regie) ausgezeichnet. Morvern Callar gewann 2002 ebenfalls einen British Independent Film Award (Beste Schauspielerin: Kathleen McDermott).

 

Filme von Lynne Ramsay
Black and White Town 2005 | Morvern Callar 2002 | Ratcatcher 1999 | Gasman 1998 | One Eye 1997 | Small Deaths 1996 | Kill the Day 1996 | Sweet Heart 1996

 

Preise für ›We Need to Talk about Kevin‹ (Auswahl)
British Film of the Year, ALFS Award, London Critics Circle 2012 | Beste Regisseurin, British Independent Film Award 2011 | Beste Schauspielerin, European Film Award 2011 | Bester Film, London Film Festival 2011 | SFFCC Award, beste Schauspielerin, San Francisco Film Critics Circle 2011 | Canvas Publikumspreis, Ghent International Film Festival 2011 | OFCS Award, Online Film Critics Society 2011 | NBR Award, National Board of Review 2011 | Jurypreis für die beste Regisseurin, Tallinn Black Nights Film Festival 2011 | Beste Schauspielerin, Austin Film Critics Association 2011

 

 

Lynne Ramsay
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