Spanien

Österreich 2012, Spielfilm, 102’ | Regie Anja Salomonowitz | Buch Dimitré Dinev, Anja Salomonowitz | Bildgestaltung Sebastian Pfaffenbichler | Schnitt Frédéric Fichefet | Ton Nikolay Urumov | Musik Max Richter | Darsteller_innen Grégoire Colin, Tatjana Alexander, Cornelius Obonya, Lukas Miko u.a. | Produktion Dor Film | Weltvertrieb Doc & Film International

Warum Spanien?
»Die Menschen dort fürchten noch Gott. Wo man Gott fürchtet, kann man gut leben.«
Sava

»Seit 1985 gab es in Spanien sieben "Legalisierungswellen". Illegalisierte Menschen können dabei zum Amt gehen und sich legal melden. Die Legalisierung verschafft den "papierlosen" Ausländern rechtliche Sicherheit, aber auch Zugang zu Sozialleistungen und Bildung. Der spanische Staat verspricht sich davon Sozialabgaben und Steuern. Im Film fragt der Priester Sava: „Und warum wollen Sie unbedingt nach Spanien?“ Und daher kommt dann Savas Antwort: „Die Menschen dort fürchten noch Gott. Wo man Gott fürchtet, kann man gut leben.“ Er meint nichts Religiöses, er meint schlicht das Asylrecht.«
Anja Salomonowitz

Ein Volkswagen Minibus fährt durch die Nacht, dann kracht er in ein Auto. Aus einem Versteck unter dem Laderaum schlüpft Sava, der viel Geld dafür bezahlt hat, nach Spanien geschmuggelt zu werden.
Sava verlässt den Unfallort um bald festzustellen, dass er nicht in Spanien, sondern in Österreich ist.
Sein Ziel heißt aber immer noch Spanien, und so macht er sich auf die Suche nach den Schleppern, von denen er das Geld, das er für die Fahrt bezahlt hat, zurückholen will. Auf dieser Suche begegnet Sava Menschen mit großer Wut, großer Sehnsucht oder großen Geheimnissen. Menschen mit und ohne Geld, Menschen mit und ohne Illusionen. Menschen, die einen vom Ziel ablenken und Menschen, für die es sich vielleicht lohnt, sein Ziel zu vergessen.

 

Biografie
ANJA SALOMONOWITZ lebt als Drehbuchautorin und Regisseurin in Wien. Sie studierte Filmschnitt und Filmregie an der Filmakademie in Wien und an der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf«. Ihr Dokumentarfilm Kurz davor ist es passiert gewann unter anderem den Wiener Filmpreis bei der Viennale 2006 und den Caligari Filmpreis des internationalen Forums des jungen Films bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2007. Spanien wurde dort 2012 – ebenfalls im Forum – uraufgeführt. Derzeit arbeitet sie an der politischen Dokumentation Die 727 Tage ohne Karamo, einem Plädoyer gegen das Fremdenrecht.

 

Filme von Anja Salomonowitz (Auswahl)
Kurz davor ist es passiert 2006 | Mozart Spot | Das wirst Du nie verstehen 2003 | Projektionen eines Filmvorführers in einem Pornokino 2002 | Carmen 2000

 

 

Anja Salomonowitz
Österreich
2012
Spielfilm
2012
Debüt-Spielfilmwettbewerb